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Alejandra war von meinem angekündigten Aufbruch offenbar nicht sehr begeistert, und auch ich war hin- und hergerissen. Einerseits wollte ich gerne mit ihr noch mehr Zeit verbringen, andererseits wurde ich unruhig und wollte los, um mein Vorhaben umzusetzen. Der Drang zum Vorwärtskommen war schließlich größer, und nachdem wir alle zusammen in der letzten Nacht noch ordentlich Bier getrunken und über Bolivien und den Wald diskutiert hatten, packte ich am Morgen meine Sachen zusammen und sagte allen Auf Wiedersehen. Alejandra stand, zusammen mit ihrer Schwägerin und den Kindern, oben am Ufer und schaute mir zu. Dann kam sie hinunter ans Wasser und setzte ihren kleinen Sohn auf die zweite Sitzbank im vorderen Teil des Kanus. Der Kleine begann zu heulen. “Er will mit”, sagte sie. “Nein, sagte ich, “er hat nur Angst.” Dabei war ich mir selber nicht völlig im Klaren, was ich eigentlich wollte - aber der Abschied war schon gesprochen, ich schenkte dem Ponton-Jungen noch meine Sonnenbrille, die ich unterwegs nicht brauchen würde, dann stiess ich ab und setzte mich auf die hintere Sitzplanke, das ziemlich schwere Ruder in der Hand. Hinter der Flussbiegung kam ich nochmals an der Waschstelle vorbei, und die Kinder waren schon hergerannt und winkten mir zu. Auch Alejandra warf mir noch einmal einen kurzen Blick zu, dann ging sie zurück ins Haus. Nun war ich allein mit dem Fluss.
Die folgenden Stunden brachte ich damit zu, mich mit dem Kanu und dem Paddelrythmus anzufreunden. Ich brachte zwei Paddelschläge an und wechselte dann, wenn sich die Spitze des Kanus zu sehr in eine Richtung zu drehen begann, die Seite. So kam ich mit der ruhigen Strömung langsam, aber stetig voran.
Schon am frühen Abend begann ich, nach einer geeigneten Stelle zum Übernachten zu suchen. Schließlich fand ich einen Ort, wo ich das Kanu festmachen konnte und nicht allzu viel Wald roden musste, um mein Zelt aufzustellen. Ich entdeckte etwas weiter im Wald eine alte Baustelle, umgesägte Bäume, Holzplanken. Ich hievte meine Ausrüstung aus dem Kanu und begann, das Lager aufzuschlagen. Auf einem kleinen Feuer kochte ich mir den Reis, das war alles, was es gab - ich hatte keine Lust gehabt, zu Angeln. Bei einsetzender Dämmerung blickte ich nochmals hinab zum Kanu, dass ruhig in der trägen Strömung lag, dann zog ich mich ins Zelt zurück und war umgeben von den Geräuschen des Dschungels.
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