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Dass ich zu Fuss von der Straßenkreuzung aus hierhermarschiert war, schien er kaum glauben zu wollen – er hielt mich vielleicht für einen illegalen Goldgräber oder Holzfäller. Nachdem er sich beruhigt hatte, erzählte er von sich: er war ein Führer aus Rurrenabaque und hatte mit einer Touristin und seinem Helfer gerade eine Zwölftagestour durch den Nationalpark Manuripi hinter sich gebracht. Ich war der erste Mensch, den sie seit fast zwei Wochen zu Gesicht bekamen. Wir verbrachten den Abend am Feuer mit Essenzubereiten, wobei ich nicht viel redete, da sich der Indianer, der halber Japaner war, wie Indiana Jones gebärdete. Ich wollte sowieso lieber alleine sein, um meine Waffe und meine Angelhaken und andere Dinge auszuprobieren. Am nächsten Tag marschierten die drei los, und ich war allein mit dem Dschungel. Innert kürzester Zeit und bevor ich das DEET auftragen konnte, hatten mir die Dschungelfliegen den linken Fuss zerstochen, der anschwoll, so dass ich beinahe nicht mehr in die Schuhe schlüpfen konnte. Das Schießen mit der Waffe verlief nur halbwegs befriedigend, da ich merkte, dass das Metall am Griff verbogen war und ich die Waffe so beim Abdrücken immer ein wenig zur Seite richtete. Fische bissen auch keine an, dafür sah ich, dass die Sandbänke am Ufer des Flusses voller Jaguarspuren waren. Dann verlor ich noch Piep-Piep, meine Digitaluhr, die mich seit Jahren treu begleitet hatte. Alles in allem ein Tag, der mir zeigte, wie unzimperlich der Dschungel ist. Nachts überkam mich in meinem Moskitonetz eine dermaßen grosse Muffe vor den Jaguaren, dass ich mein Zelt im Unterstand aufbaute und darin vor Hitze kaum einschlafen konnte. Am nächsten Tag war ich bereit, den Ausflug zu beenden und nach Ixiamas zurückzukehren. Alleine lief ich auf dem einsamen Dschungelpfad zurück zur Strassenkreuzung, wobei ich an der Stelle, wo ich am Tag zuvor das Wasser aus dem Bach geschöpft hate, frische Jaguarspuren entdeckte. Ich hörte nicht auf, mich beim Gehen umzudrehen und dann und wann in die Luft zu schießen – doch alles, was ich sah, waren hier und da ein paar Affen in den Baumkronen und das schweigende grüne Laub ringsum. Im nachhinein war dieser einsame Dschungelpfad etwas vom Unheimlichsten, was ich dort überhaupt erlebt habe. In El Tigre traf ich meine drei Bekannten wieder, die auf ihren Jeep aus Rurrenabaque warteten. Ich verbrachte eine Nacht in dem Dorf, wo die Familien abends vor dem Zubettgehen Gitarre spielen und gemeinsam mit ihren Kindern singen. Es gab noch keine Fernseher hier. Zurück in Rurrenabaque machte ich mich auf, nach Cobija im Pando weiterzufahren, dem eigentlichen Ausgangspunkt meines Unternehmens.
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