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Rainer hatte mich bereits aufgeklärt, mit was für Menschen ich hier Geschäfte machte: offenbar handelte es sich um Geldeintreiber. Und der Kerl, der kurze Zeit später mit seinem Motorrad auf den Parkplatz gefahren kam, schien dem Klischee entsprechen zu wollen. Breit, mit sonnenverbranntem Nacken und dem zuvorkommenden Lächeln eines Berufsverbrechers. Er zeigte uns den Revolver, doch es war ein .32er. Ich wandte mich an Rainer: hatten wir nicht von einem 22er gesprochen? Es lag offenbar ein kleines Missverständnis vor. Es wurde herumtelefoniert, um eine passende Waffe aufzutreiben, und ein weiterer Bekannter wurde gefunden. Dieser lebte noch weiter ausserhalb der Stadt, eine gute halbe Stunde mit dem Motorrad. Wie sollte die Waffe von dort hierhergelangen? Rainer und sein Bekannter hielten es für eine gute Idee, wenn ich auf dem Sozius des Motorrades mit hinausfahren würde, um den Kauf vor Ort abzuwickeln. Obwohl ich kein sehr gutes Gefühl dabei hatte, willigte ich ein. Wollte ich die Waffe, und zwar bevor mein Bus nach Trinidad abfuhr, dann konnte ich genauso gut aufhören, hinter jedem Wort und Vorschlag der anderen einen Hinterhalt zu vermuten, und die Sache einfach erledigen.
Auf dem Weg hinaus aus der Stadt ermahnte mich der dicke Geldeintreiber, dass ich mit einer 22er gegen die Polizei keine Chance hätte. Ich versuchte, ihm meine Pläne mit der Flusstour im Dschungel darzulegen, ohne allzu viel Erfolg. Dann waren wir in einem der Vororte angelangt, und er hiess mich an einer staubigen Strassenecke warten, während er den Revolver abholte. Ich stand da und wartete – Gruppen von Bolivianern gingen vorüber, ohne mir allzu viel Aufmerksamkeit zu schenken. Dann war der Dicke wieder da und zeigte mir die Waffe. Sie sah ziemlich alt aus, und die Trommel hatte eine andere Farbe als der restliche Teil. Er war ziemlich nervös, dass uns jemand beobachten könnte, deswegen gab ich ihm das Geld einschließlich des Lohnes, den er mit Rainer teilen sollte. Wir fuhren zurück zur Kreuzung der Landstraße nach Santa Cruz und verabschiedeten uns – ich nahm den Bus zurück ins Zentrum. Die Waffe hing schwer in der Seitentasche meiner Hose, und ich war froh, endlich im Hotel zu sein und sie ganz unten in meinem Rucksack zu verstauen. Diese Sache war also erledigt, und ich konnte nach Trinidad zurückkehren. Auf einmal klopfte es an der Tür. Mir schlug das Herz bis zum Hals. Es war der Inhaber des Hotels, der mir verkündete, dass unten an der Rezeption jemand nach mir verlangte. Ich wurde irgendwie nervös: war man uns gefolgt? War das Ganze ein abgekartetes Spiel gewesen? Doch es war nur Rainer, der seinen Anteil abholen wollte. Wie bitte, den hatte ich doch seinem dicken Kumpel mitgegeben? Offenbar hatte der aber Rainer versetzt, und nun wollte er das Geld von mir. Ich wusste nicht, ob er mich auf den Arm nahm oder nicht, und als ich vorschlug, den Geldeintreiber anzurufen, um die Sache zu klären, da hatte er auf einmal die Nummer nicht mehr. Jedenfalls wurde unsere Diskussion immer lauter, und bevor noch mehr Aufmerksamkeit entstehen würde, schien es mir besser, ihn zu bezahlen. Ich gab ihm die 50 Pesos, die ich noch hatte, was deutlich weniger war, als wir als Lohn für ihn abgesprochen hatten. Er sagte, er wolle sich mit dem Geld den Lohn von dem Dicken holen. Von einem Geldeintreiber Geld verlangen, hmm. Dann war die Zeit endlich gekommen und ich packte alles zusammen und machte mich auf den Weg zum Busbahnhof. Bald darauf saß ich im Bus und fuhr durch die Nacht zurück nach Trinidad.
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