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Piranhas zum Mittagessen
Ich nahm den langen Ast, der mir als Angelrute diente, und an dessen Ende ich ein Stück Angelschnur mit dem kleinsten Haken befestigt hatte, den ich in Cobija hatte finden können. Mit dem neu erworbenen Mehl machte ich mir etwas Teig zurecht und war nun endlich soweit, mir einen schmackhaften Piranha zu fangen. Die gewitzten Sardinen stibitzten mir ein um das andere Teigkügelchen von der Angel, bis endlich eine gefräßig genug war, den ganzen Haken zu verschlucken. Ich nahm das Fischchen und schnitt es in zwei Hälften, von der ich eine auf den riesigen Haken steckte, der mit einem Stück Draht verlängert worden war. Dieser Draht diente als “Sicherung”, da die Piranhas mit ihren scharfen Zähnen die Angelschnur sonst einfach durchgesäbelt hätten. Das Ganze hatte ich an meiner lang bewährten Angel-Dose befestigt, die ich noch aus Feuerland dabeihatte. Ich warf den Haken in einen Teil des Flusses aus, wo die Strömung etwas verwirbelte, setzte mich hin und wartete. Es gab einen Ruck, und ich spürte beim Einholen, dass mir irgendetwas die Fischhälfte vom Haken geklaut hatte. Ich nahm die zweite Fischhälfte und warf die Angel erneut aus, und diesmal regte sich eine ganze Weile lang nichts. Dann endlich gab es einen scharfen Ruck, den ich mit einem energischen Zug an der Schnur erwiederte – irgendetwas hatte angebissen. Ich versuchte, nicht zu überhasten und die Schnur, die in wildem Zickzack im Fluss hin- und herwanderte, gleichmäßig einzuholen. Bald sah ich den hellen Körper des Fisches vor meinem Kanu schwimmen, und mit ein paar weiteren Zügen hatte ich ihn im Kanu: ein schöner, stattlicher Piranha mit kleinen, spitzen Zähnen, der mit seinem Mörderkiefer den Sicherungsdraht völlig verbogen hatte. Ich hob in an der Angelschnur in die Luft und verpasste ihm mit meinem Messer ein paar Schläge ins Genick, und erst als er ganz bestimmt nicht mehr lebte, nahm ich ihm den Haken aus dem Mund. Der Bann war gebrochen, ich hatte meinen ersten Urwaldfisch gefangen, ich konnte mich nun wirklich selbst versorgen.
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