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Zu Gast in der Siedlung
Ich machte das Kanu an der Anlegestelle fest und ging über den Strand hinauf zu den Häusern. Eine Frau, die vor ihrem Haus fegte, wies mir den Weg zum Dorfchef. Dieser empfing mich freundlich und offerierte mir gleich als erstes ein Glas Milch. Obwohl ich es besser wusste, trank ich das Glas leer, und die Milch hatte einen leicht süßlichen Geschmack. Dann wurde mir Fleisch von irgendeinem Urwaldtier vorgesetzt, dazu Reis. Das Fleisch war gut, aber mit dicken Borsten. Nach ein wenig Konversation ging ich hinunter an den Fluss, um zusammen mit einem der Farmleute zu angeln. Wir zogen ein paar Sardinas an Land, und anstatt diese dann zum Angeln nach größeren Fischen zu verwenden, kann man sie auch direkt in die Pfanne hauen. Mein Zelt hatte ich vor einem alten Baum aufgestellt. Zwei Frauen kamen des Weges, um sich an der Wasserstelle zu waschen, und zwar oben ohne, wie selbstverständlich. Am nächsten Tag sammelte ich auf Einladung des Alten noch ein paar Pampelmusen ein, verstaute sie unter der zweiten Sitzbank meines Kanus und stieß vom Ufer ab.

Wenn ich gegen Mittag hungrig wurde, suchte ich mir eine halbwegs ebene Stelle, vorzugsweise im Schatten und ohne Sand, da die Sandfliegen einem übel zusetzen konnten. Ich suchte Holz zusammen und machte ein kleines Feuer, in dem ich in den ersten Tagen meinen Reis oder die Kochbananen zubereitete, da es mit dem Fischefangen noch nicht so recht klappen wollte. Oder eigentlich war es eher so, dass ich mir die Zeit zum Angeln nicht nehmen wollte, so seltsam sich das anhört. Aber ich hatte mir mal wieder etwas in den Kopf gesetzt, nämlich ein gewisses Tagespensum zu absolvieren, und zwischen Paddeln und kurzen Pausen und dem Aufbau des Lagers blieb – wie ich glaubte – keine Zeit übrig, um mehrere Stunden die Leine auszuwerfen. Denn hier, am oberen Flusslauf, gab es noch keine Piranhas, die recht einfach zu fangen waren, sondern nur eine andere Art von welsartigem Fisch, auf dessen Biss wir in San Silvestre manchmal stundenlang gewartet hatten. Aber noch etwas anderes hinderte mich: ich hatte keinen Köder. Es gab die Frucht einer gewissen Palme, in deren Inneren sich, sobald sie zu Boden gefallen war, eine Art Insektenmade ansiedelte, die ausgezeichnet zum Sardinenfischen geeignet war. Doch ich konnte die verschiedenen Palmenarten nicht wirklich voneinander unterscheiden und wollte es daher mit ein wenig Teig versuchen. Fehlte nur noch das Mehl.
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